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02 · Funktionen

Was Recuva leistet

Schnelle Wiederherstellung, solange Metadaten existieren; Tiefenscan, wenn nicht – plus sicheres Überschreiben, wenn Dateien endgültig verschwinden sollen.

Recuva-Funktionen und Grenzen

Assistent & Tiefenscan

Schnelle Durchläufe zuerst, solange Verzeichniseinträge da sind; Tiefenmodus, wenn der Schnellscan leer bleibt oder das Volume neu formatiert wurde. Tief läuft länger und liefert oft generische Namen.

Viele Dateitypen

Fotos, Office, Medien, Archive: eine Suche, wenn Endungen unbekannt sind oder das Dateisystem keine echten Pfade mehr listet. Die Vorschau ist ein Hinweis, kein Beweis – wiederhergestellte Dateien nach Möglichkeit in den Originalprogrammen öffnen.

Wechselmedien

Karten, USB und interne Volumes, die Windows als beschreibbar sieht. Stabiles Kabel und direkte Mainboard-Ports nutzen; wackelige Leser verschwenden Scan-Zeit.

Sicheres Überschreiben

Über „Löschen“ hinaus für den Alltag, aber keine zertifizierte Vernichtung. SSDs und Wear-Leveling können Überraschungen hinterlassen; sicheres Überschreiben als starker Anstoß verstehen, nicht als Compliance-Garantie.

Wo Erwartungen kippen

  • Verschlüsselte Volumes (BitLocker, manche NAS-Exporte) zuerst entsperren – Undelete liest keinen Klartext aus dem Chiffretext.
  • RAID und dynamische Datenträger brauchen oft ein gesundes Array, bevor ein Consumer-Tool ein konsistentes Dateisystem sieht.
  • Starkes TRIM auf internen SSDs kann bedeuten, dass kaum noch „zu schnitzeln“ ist – auch wenn die Oberfläche noch optimistisch wirkt.

Kleine Gewohnheiten, die helfen

  • Recuva installieren oder entpacken auf einem Laufwerk, das Sie nicht scannen, wenn die Systemplatte betroffen ist.
  • Bei riesigen Trefferlisten nach Pfad oder Status sortieren; in Chargen auf eine andere Platte wiederherstellen.
  • Nach einem guten Lauf das Original-Volume schreibgeschützt lassen, bis Sie verifiziert haben, was Sie brauchen.

NTFS vs. exFAT auf Karten

Große SD-Karten kommen oft mit exFAT. Die Rettung hängt weiter an Überschreibung, aber sehr große Volumes lassen Tiefenscans endlos wirken – bei frischen Löschungen zuerst den Schnellmodus.

Was die Vorschau nicht beweist

Miniaturbilder und In-App-Vorschau ersetzen keine vollständige Prüfung. Word oder ZIP kann in der Liste stehen und beim Öffnen scheitern – immer Stichproben testen.

Netzwerk- & Cloud-Pfade

Dateien, die nur in einem synchronisierten Ordner lagen, können schon auf den Servern der Anbieter sein – oder dort auch weg. Lokale Tools lesen angeschlossene Volumes; sie ersetzen nicht den Dateiversionsverlauf von OneDrive oder Google Drive.

Jenseits der Feature-Matrix

Was Consumer-Undelete meist nicht repariert

Recuva-ähnliche Tools fokussieren Dateisystem-Ebene auf angeschlossenem Speicher. Sie sind keine Forensik-Suite, kein RAID-Reparaturwerkzeug und kein Ransomware-Entschlüsseler – die Grenze zu kennen, spart Stunden mit dem falschen Scan.

Labore vs. DIY-Software

Reinräume und Profi-Werkzeuge adressieren Kopf-Crashes, Firmware und defekte Controller. Consumer-Undelete hilft, wenn die Hardware noch sauber enumeriert und das Dateisystem „nur“ durcheinander ist – nicht wenn die Platte klickt oder alle paar Minuten verschwindet.

Zeit, CPU und Geduld

Tiefenscans können schwaches USB oder ein ausgelastetes Notebook stundenlang blockieren. Netzteil, schwere Browser-Tabs schließen und Erwartungen mit allen teilen, die den Rechner teilen – Unterbrechungen kosten mehr als der Strom.

Virtuelle Datenträger & Abbilder

Mit einem Sektor-Abbild (.dd-Stil) oder eingehängter VHD verhält sich die Wiederherstellung wie bei jedem anderen Volume – sofern Windows es als lesbares Blockgerät sieht. Beschädigte Abbild-Header oder geteilte Archive müssen vorher repariert werden, sonst ist kein Undelete-Lauf sinnvoll.